Anfang September ist das Salatbeet keineswegs abgeschrieben. Jetzt zählen vor allem schnell wachsende Sorten, robuste Herbstsalate und passende Jungpflanzen, denn kürzere Tage und kühlere Nächte bremsen das Wachstum. Ich zeige, welche Salate man noch pflanzen oder säen kann, wie viel Zeit bis zur Ernte bleibt und wann ein Vlies den entscheidenden Unterschied macht.
Mit diesen Salaten bleibt das Beet bis in den Herbst ertragreich
- Feldsalat lässt sich bis in den September säen und sogar überwintern.
- Pflücksalat und Schnittsalat liefern bei mildem Wetter oft nach 4 bis 6 Wochen die erste Ernte.
- Endivie und Herbstsorten von Kopfsalat sollten jetzt möglichst als kräftige Jungpflanzen ins Beet.
- Asia-Salate wachsen schnell und eignen sich besonders gut für freie Lücken.
- Vlies und guter Wasserabzug verlängern die Ernte deutlich.
Welchen Salat kann man jetzt noch pflanzen?
Die beste Antwort für Anfang September lautet Feldsalat, Pflücksalat, Endivie und winterharte Kopfsalatsorten. Auch Lollo-Salate, Batavia und einige Asia-Salate können noch gelingen, wenn sie als Jungpflanzen gesetzt werden oder einen geschützten Platz bekommen.
Ich würde jetzt nicht mehr jede beliebige Salatsorte kaufen. Frühe Sommersorten brauchen viel Licht und schießen bei Wärme schnell in die Höhe, während typische Herbst- und Wintersorten mit den kürzeren Tagen besser zurechtkommen. Eine Übersicht hilft bei der Auswahl.
| Salattyp | Jetzt sinnvoll? | Erste Ernte | Wichtiger Hinweis |
|---|---|---|---|
| Feldsalat | Sehr gut | Nach etwa 6 bis 8 Wochen | Direktsaat möglich, verträgt kühle Nächte |
| Pflücksalat und Schnittsalat | Gut | Nach etwa 4 bis 6 Wochen | Jungpflanzen wachsen schneller als Saatgut |
| Endivie | Gut als Jungpflanze | Nach etwa 6 bis 8 Wochen | Vor starkem Frost schützen |
| Winterkopfsalat | Gut bei passenden Sorten | Spätherbst oder Frühjahr | Herz nicht mit Erde bedecken |
| Asia-Salate | Sehr gut | Nach etwa 3 bis 6 Wochen | Ideal für Nachsaaten und Lücken |
Diese Sorten haben im September die besten Chancen
Feldsalat für Herbst und Winter
Feldsalat ist meine erste Wahl, wenn ein Beet noch bis in die kalte Jahreszeit genutzt werden soll. Er keimt bei etwa 10 bis 15 °C zuverlässig, wächst langsam weiter und kann je nach Sorte im Herbst, Winter oder zeitigen Frühjahr geerntet werden.
Gesät wird in Reihen mit ungefähr 10 bis 15 Zentimetern Abstand. Die Samen nur flach mit Erde bedecken und die Fläche gleichmäßig feucht halten. Bei warmer Witterung keimt Feldsalat oft schlechter, deshalb lohnt sich eine Aussaat am Abend oder an einem etwas kühleren Standort.
Pflücksalat und Lollo-Salat
Pflücksalat, Lollo rosso und Lollo bionda wachsen rasch und bilden keinen festen Kopf. Das ist im Spätsommer ein Vorteil, weil man bereits die äußeren Blätter ernten kann, während die Pflanze weiterwächst. Bei mildem Wetter sind mehrere kleine Ernten möglich.
Für eine späte Pflanzung setze ich die Jungpflanzen mit etwa 20 bis 25 Zentimetern Abstand. Das Herz bleibt frei und die Blätter dürfen nicht dauerhaft auf nasser Erde liegen. Wer jetzt noch aussät, sollte möglichst eine schnellwachsende Sorte wählen und mit einer etwas späteren Ernte rechnen.
Endivie für die Herbstküche
Endivien bringen kräftige, aromatische Blätter auf den Teller und kommen mit kühleren Temperaturen besser zurecht als viele Sommersalate. Für den September empfehle ich klar vorgezogene Pflanzen, da eine neue Aussaat meist zu wenig Zeit für große Rosetten hat.
Ein Pflanzabstand von ungefähr 30 x 30 Zentimetern gibt den Pflanzen genügend Luft. Frisée bleibt kraus und locker, während Eskariol größere, breitere Blätter bildet. Beide Typen sollten bei den ersten stärkeren Frösten mit Vlies geschützt werden.
Winterkopfsalat und Herbstsorten
Winterkopfsalat ist weniger auf eine schnelle Ernte ausgerichtet. Er bildet zunächst eine Rosette, bleibt über den Winter stehen und wächst im Frühjahr weiter. Wer jetzt passende Jungpflanzen findet, kann damit ein Beet für eine sehr frühe Ernte im nächsten Jahr vorbereiten.
Beim Pflanzen darf der Ballen nicht tiefer sitzen als zuvor im Topf. Wird das Herz mit Erde bedeckt, fault es bei feuchtem Herbstwetter deutlich leichter. Zwischen den Pflanzen sollten je nach Sorte ungefähr 25 bis 30 Zentimeter Platz bleiben.
Aussäen oder Jungpflanzen setzen
Im September entscheidet die verbleibende Wärme darüber, ob Saatgut oder Jungpflanzen die bessere Wahl sind. Für Feldsalat und Asia-Salate ist die Direktsaat noch sinnvoll. Bei Endivie, Kopfsalat und größeren Pflücksalaten spare ich mit Jungpflanzen mehrere Wochen Entwicklungszeit.
Vor dem Pflanzen lockere ich die obersten 15 bis 20 Zentimeter Erde und entferne alte Wurzeln aus dem Beet. Frischer Kompost ist nur in kleiner Menge nötig. Zu viel Stickstoff macht die Blätter zwar groß, aber auch weich und anfälliger für Krankheiten.
- Die Erde fein krümeln und bei Trockenheit gründlich anfeuchten.
- Jungpflanzen auf gleicher Höhe wie im Anzuchttopf einsetzen.
- Den Wurzelbereich andrücken, ohne die Erde zu verdichten.
- Direkt am Boden angießen und die Blätter möglichst trocken lassen.
- Bei dichter Pflanzung später ausdünnen, damit Luft zwischen den Pflanzen zirkuliert.
Bei einer Aussaat sind dünne Reihen besser als breit verstreute Samen. Zu dicht stehender Salat trocknet nach Regen langsam ab, und genau dort beginnen im Herbst viele Probleme. Ich ernte lieber weniger, dafür gesunde Pflanzen mit ausreichend Abstand.
So schützt du späten Salat vor Kälte und Nässe
Salat wächst auch bei niedrigen Temperaturen, aber er mag keine dauerhaft nasse Erde. Ein luftiges, gut drainiertes Beet ist deshalb wichtiger als ein besonders sonniger Standort. Staunässe führt schnell zu Fäulnis an den unteren Blättern und Wurzeln.
Ein Gartenvlies schützt vor kalten Nächten, Wind und leichtem Frost. Es sollte die Pflanzen nicht direkt zusammendrücken und an warmen Tagen gelüftet werden. Sobald die Temperaturen tagsüber wieder deutlich steigen, nehme ich die Abdeckung zeitweise ab, damit sich darunter keine feuchte, pilzfreundliche Luft staut.
Das Vlies kommt spätestens dann zum Einsatz, wenn nachts etwa -3 bis -5 °C angekündigt sind. Endivie braucht meist früher Schutz als Feldsalat. Ein kleiner Folientunnel verlängert die Ernte zusätzlich, muss aber regelmäßig geöffnet werden, sonst wird es schnell zu warm.
Gegossen wird am besten morgens und nur, wenn die oberste Erdschicht trocken ist. Eine dünne Mulchschicht aus sauberem, trockenem Material hält den Boden gleichmäßig feucht, darf aber nicht direkt am Pflanzenherz anliegen.
Typische Fehler bei der späten Salatpflanzung
Zu spät noch Sommersorten kaufen
Ein gewöhnlicher Sommerkopfsalat ist nicht automatisch für den Herbst geeignet. Bei kurzen Tagen bleibt er oft klein oder entwickelt sich ungleichmäßig. Auf dem Etikett sollten Hinweise wie Herbstsalat, Wintersalat oder schossfest stehen.
Jungpflanzen zu tief setzen
Gerade bei Salat ist tiefes Pflanzen ein häufiger Fehler. Sitzt das Herz zu nah an der Erde, sammelt sich dort Wasser und die Pflanze kann faulen. Der Ballen darf leicht sichtbar bleiben, während die Wurzeln festen Bodenkontakt haben.
Zu viel düngen und zu viel gießen
Später Salat braucht keinen starken Wachstumsschub mehr. Überdüngung erzeugt weiches Blattgewebe, und tägliches Gießen hält den Wurzelbereich unnötig nass. Besser ist maßvolles Gießen am Boden und eine lockere, humose Erde.
Die Ernte zu lange hinauszögern
Im Herbst kann sich das Wetter innerhalb weniger Tage ändern. Pflücksalat sollte ich deshalb regelmäßig blattweise ernten, Endivie und andere größere Salate vor einer längeren Frostperiode vollständig schneiden. So geht die bisherige Arbeit nicht durch eine einzige kalte Nacht verloren.
Mit der richtigen Auswahl bleibt das Beet bis zum Winter produktiv
Wer Anfang September noch pflanzen möchte, ist mit Feldsalat, Pflücksalat, Endivie und Asia-Salaten am sichersten unterwegs. Für eine schnelle Ernte setze ich kräftige Jungpflanzen, für Herbst und Frühjahr säe ich Feldsalat direkt ins Beet. Entscheidend sind eine passende Sorte, genügend Abstand und ein rechtzeitig aufgelegtes Vlies.
Ein kleines Beet muss dabei nicht vollständig mit einer einzigen Sorte bepflanzt werden. Ich teile die Fläche lieber auf, setze alle zwei Wochen eine kurze Reihe nach und ernte dadurch länger, gleichmäßiger und mit deutlich weniger Verlusten.