Wer Kellerasseln vertreiben möchte, sollte nicht nur die sichtbaren Tiere entfernen, sondern vor allem Feuchtigkeit und geeignete Verstecke beseitigen. Ich zeige, warum die kleinen Krebstiere im Keller, Gewächshaus und Garten auftauchen, welche Maßnahmen wirklich helfen und wie sich Pflanzen schützen lassen, ohne nützliche Bodenbewohner unnötig zu bekämpfen.
Mit weniger Feuchtigkeit verschwinden Kellerasseln meist von selbst
- Ursache prüfen und feuchte Stellen, Lecks sowie schlechte Belüftung beseitigen.
- Zwei- bis dreimal täglich stoßlüften, wenn die Raumverhältnisse das zulassen.
- Organische Reste entfernen und Blumentöpfe nicht dauerhaft auf nassen Untersetzern stehen lassen.
- Im Garten umsiedeln, statt großflächig Insektizide oder zweifelhafte Hausmittel einzusetzen.
- Schimmel oder Bauschäden ernst nehmen, denn Asseln sind häufig ein Feuchtigkeitsindikator.
Woher Kellerasseln kommen und was ihr Auftreten bedeutet
Kellerasseln sind keine Insekten, sondern Landkrebse. Sie benötigen eine feuchte Umgebung, weil ihre Atmung nur funktioniert, wenn die empfindlichen Atemorgane nicht austrocknen. Deshalb sitzen sie tagsüber gern unter Brettern, Steinen, Kartons, Blumentöpfen oder in dunklen Mauerritzen.
Im Garten erfüllen sie eine wichtige Aufgabe. Sie zersetzen abgestorbene Blätter, morsches Holz und andere organische Reste und tragen damit zur Humusbildung bei. Im Haus sind sie zwar lästig, aber normalerweise weder gefährlich noch materialzerstörend. Das Umweltbundesamt betrachtet ihr gehäuftes Auftreten vor allem als Hinweis auf zu hohe Feuchtigkeit.
Ich schaue deshalb zuerst auf die Umgebung und nicht auf die Assel selbst. Feuchte Kellerwände, undichte Kellerfenster, nasse Erde in Topfpflanzen, schlecht trocknende Wäsche oder gelagerte Kartoffeln können den Tieren Nahrung und Schutz bieten. Einzelne Exemplare nach starkem Regen sind kein Grund zur Panik. Viele Tiere über längere Zeit verdienen dagegen eine genaue Ursachenprüfung.
Schaden sie den Pflanzen?
Gesunde, kräftige Pflanzen werden meist nicht zum Hauptziel. Kellerasseln fressen überwiegend abgestorbenes Pflanzenmaterial. Problematisch können sie bei sehr feuchten Beeten, frisch gekeimten Sämlingen, weichen Früchten am Boden oder bereits geschwächten Pflanzen werden. Fraßspuren an jungen Trieben werden allerdings häufig vorschnell den Asseln zugeschrieben, obwohl Schnecken oder andere Schädlinge die eigentliche Ursache sind.
Ein einfacher Test hilft. Lege abends ein feuchtes Brett oder ein Stück Karton neben die betroffene Pflanze und kontrolliere es am nächsten Morgen. Sammeln sich dort viele Asseln, ist ihre Beteiligung wahrscheinlich. Gleichzeitig sollte ich nach Schleimspuren, typischen Lochfraßbildern und weiteren Tieren suchen, damit die Behandlung nicht am falschen Schädling ansetzt.

Im Haus hilft trockene Luft besser als Gift
Die wirksamste Maßnahme ist fast immer die Reduzierung der Feuchtigkeit. Im Keller bedeutet das zunächst, Wasserquellen zu suchen. Kontrolliere Fenster, Rohrleitungen, Bodenabläufe und die Wandbereiche hinter Regalen. Riecht ein Raum muffig oder zeigen sich dunkle Flecken, sollte nicht einfach nur gesprüht werden. Dann geht es um ein mögliches Feuchte- oder Schimmelproblem.
Beim Lüften kommt es auf die Jahreszeit an. In kühlen Monaten kann Stoß- oder Querlüften die Feuchtigkeit meist gut abführen. Im warmen, schwülen Sommer kann warme Außenluft an kalten Kellerwänden kondensieren und die Situation verschlechtern. Ich lüfte dann eher in den kühleren Morgen- oder Abendstunden und orientiere mich zusätzlich an einem Hygrometer.
- Zwei- bis dreimal täglich kurz und kräftig lüften, statt Fenster dauerhaft gekippt zu lassen.
- Wäsche nicht in schlecht belüfteten Kellerräumen trocknen.
- Nasse Matten, Kartons und feuchte Textilien aus dem Raum entfernen.
- Lebensmittel wie Kartoffeln und Äpfel trocken, luftig und nicht direkt am Boden lagern.
- Ritzen, Fugen und Spalten an Fenstern, Türen und Wänden verschließen.
- Blumentöpfe auf Füße oder ein trockenes Regal stellen, damit darunter keine Nässe stehen bleibt.
Ein Fliegengitter am Kellerfenster kann zusätzlich verhindern, dass Tiere von außen einwandern. Es löst die Ursache nicht, ist aber eine einfache mechanische Barriere. Bei einzelnen Asseln reicht oft ein Glas, ein Stück Papier und das anschließende Aussetzen im Garten oder auf dem Kompost. Klebefallen und chemische Sprays halte ich im Wohnbereich für unnötig, solange die Feuchteursache noch besteht.
Gemüsebeete und Topfpflanzen gezielt schützen
Im Garten würde ich Kellerasseln nicht pauschal ausrotten. Ein Beet mit etwas Laub, Kompost und morschem Holz braucht Zersetzer. Störend werden sie erst, wenn sich die Tiere direkt an empfindlichen Kulturen sammeln. Dann hilft ein aufgeräumter, trockener Pflanzbereich rund um die gefährdeten Pflanzen.
Diese Maßnahmen sind im Beet sinnvoll
- Entferne abgestorbene Blätter, faulende Früchte und nasses Pflanzenmaterial direkt aus dem unmittelbaren Wurzelbereich.
- Gieße morgens, damit die Oberfläche bis zum Abend abtrocknen kann.
- Halte einen kleinen Abstand zwischen Mulchschicht und empfindlichen Jungpflanzen ein.
- Kontrolliere Bretter, Steine und Töpfe regelmäßig und verlagere feuchte Verstecke weiter weg vom Beet.
- Schütze junge Pflanzen mit Schneckenkragen, erhöhten Pflanzgefäßen oder einem feinmaschigen Schutz, wenn der Befall lokal stark ist.
Für eine schonende Umsiedlung lege ich ein morsches Brett, feuchtes Zeitungspapier oder eine halbierte Kartoffel an den Beetrand. Am Morgen lassen sich die Tiere einsammeln und an einer geeigneten Stelle mit Laub oder Kompost aussetzen. Diese Methode wirkt nicht wie ein Schalter, reduziert die Zahl im empfindlichen Bereich aber ohne Rückstände im Boden.
Bei Topfpflanzen liegt die Ursache oft unter dem Topf. Nasse Untersetzer, verdichtete Erde und ein Standort ohne Luftbewegung schaffen ideale Bedingungen. Lass die oberste Erdschicht abtrocknen, entferne abgestorbene Pflanzenteile und prüfe, ob das Abflussloch frei ist. Dauerhaft nasse Erde schadet der Pflanze meist stärker als die Asseln selbst.
Hausmittel im Vergleich und ihre Grenzen
Viele Empfehlungen klingen überzeugend, lösen das Problem aber nur kurzfristig. Entscheidend ist, ob eine Methode den Tieren Feuchtigkeit und Nahrung nimmt oder sie nur an eine andere Stelle treibt. Meine Einschätzung fällt deshalb gemischt aus.
| Methode | Geeignet für | Stärke | Grenze |
|---|---|---|---|
| Feuchtefalle mit Kartoffel oder Karton | Garten, Keller, Gewächshaus | Einfach, günstig und ohne Gift | Muss regelmäßig kontrolliert und wiederholt werden |
| Trockenlegen und Lüften | Vor allem Innenräume | Bekämpft die wichtigste Ursache | Bei Bauschäden reicht Lüften allein nicht |
| Ritzen abdichten | Fenster, Türen, Sockelbereiche | Verringert das Eindringen | Feuchte bleibt bestehen, wenn die Ursache nicht behoben wird |
| Gesteinsmehl oder Kieselgur | Trockene Randbereiche | Kann kurzfristig abschreckend wirken | Nach Regen oder hoher Luftfeuchte kaum dauerhaft wirksam |
| Duftöle, Salz oder aggressive Pulver | Kein sinnvoller Standard | Oft schnell verfügbar | Unklare Wirkung, mögliche Schäden an Boden, Pflanzen und Haustieren |
| Insektizidspray | Nur besondere Einzelfälle | Tötet sichtbare Tiere | Erreicht die Feuchtequelle nicht und belastet die Umgebung |
Von Salz im Beet rate ich klar ab. Es kann den Boden und die Wurzeln schädigen, während die nächste feuchte Nacht neue Tiere anlockt. Auch ätherische Öle sind keine verlässliche Dauerlösung. Was in einem geschlossenen Raum kurzzeitig abschreckend riecht, verliert im Garten schnell seine Wirkung.
Für den Pflanzenschutz gilt außerdem eine klare Grenze. Verwende nur Mittel, die für die konkrete Kultur und den jeweiligen Schaderreger zugelassen sind, und prüfe die aktuelle Zulassung im Verzeichnis des Bundesamts für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Ein beliebiges Schädlingsspray im Gemüsebeet einzusetzen, nur weil es gegen kriechende Tiere wirkt, ist fachlich und rechtlich keine gute Idee.
Wenn Kellerasseln auf ein Feuchteproblem hinweisen
Bleiben die Tiere trotz Lüften und Aufräumen über Wochen zahlreich, vermute ich nicht zuerst einen besonders hartnäckigen Schädling. Dann können aufsteigende Feuchtigkeit, undichte Außenabdichtungen, Kondensation oder ein Rohrleck dahinterstecken. Sichtbare Ausblühungen, abblätternder Putz und modriger Geruch sprechen ebenfalls dafür, die Bausubstanz prüfen zu lassen.
Ein Bautrockner kann die Luft vorübergehend trocknen, beseitigt aber keine undichte Wand. Bei Schimmel sollte ich befallene Flächen nicht trocken abbürsten und die Ursache nicht mit Farbe überdecken. Kleine, oberflächliche Stellen lassen sich je nach Material vorsichtig behandeln, größere oder wiederkehrende Schäden gehören in fachkundige Hände.
Auch im Garten lohnt ein Blick auf das Wasser. Fällt das Gelände zum Haus ab, läuft Regenwasser möglicherweise an die Kellerwand. Verstopfte Dachrinnen, dauerhaft nasser Mulch direkt an der Fassade oder schlecht abfließende Pflasterflächen verstärken das Problem. Schon eine trockene, gut belüftete Zone entlang der Hauswand kann den Druck deutlich verringern, ersetzt bei baulichen Schäden aber keine Sanierung.
Lesen Sie auch: Mehltau an Gurken erkennen und richtig behandeln
Ein praktikabler Ablauf für die nächsten sieben Tage
- Tag 1 Feuchte Stellen, Geruch, Wandverfärbungen und mögliche Eintrittswege notieren.
- Tag 2 Kartons, Laub, Holz und andere organische Reste aus den betroffenen Bereichen entfernen.
- Tag 3 Hygrometer aufstellen und das Lüftungsverhalten an Temperatur und Wetter anpassen.
- Tag 4 Ritzen an Fenstern, Türen und Sockeln prüfen und kleine Öffnungen abdichten.
- Tag 5 Im Garten eine einfache Umsiedlungsfalle aufstellen und empfindliche Pflanzen kontrollieren.
- Tag 6 Kellerfenster, Fallrohre, Leitungen und Außenwand auf neue Feuchtigkeit prüfen.
- Tag 7 Bilanz ziehen. Geht die Zahl deutlich zurück, war das Umfeld wahrscheinlich die Hauptursache. Bleibt sie hoch, sollte eine Fachperson den Schaden untersuchen.
Der trockene Standort ist der beste dauerhafte Schutz
Kellerasseln verschwinden selten durch einen einzelnen Trick. Am zuverlässigsten ist eine Kombination aus weniger Feuchtigkeit, weniger Verstecken und sauberer Lagerung. Im Garten darf ein Teil der Tiere bleiben, weil sie dort Pflanzenreste abbauen und den Boden unterstützen.
Ich würde daher zuerst die Umgebung verändern, einzelne Tiere umsiedeln und Pflanzenschutzmittel nur dann überhaupt erwägen, wenn eine konkrete Zulassung und ein klarer Schaden vorliegen. Wer die Asseln als Warnsignal für Nässe versteht, löst meist nicht nur das sichtbare Problem, sondern schützt zugleich Keller, Pflanzen und Wohnqualität.