Johannisbeeren schneiden - der richtige Schnitt für jede Sorte

Henrik Schröter

Henrik Schröter

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23. Juni 2026

Hände mit roter Gartenschere schneiden junge Triebe an einem Johannisbeerstrauch.

Wer Johannisbeeren schneiden möchte, sollte zuerst wissen, welche Farbe am Strauch wächst und an welchem Holz sie Früchte bildet. Ich zeige, wann der beste Zeitpunkt gekommen ist, welche Triebe bei roten, weißen und schwarzen Sorten entfernt werden und wie sich junge oder überalterte Sträucher wieder aufbauen lassen.

Die wichtigsten Schnittregeln auf einen Blick

  • Rote und weiße Sorten tragen vor allem an zwei- und dreijährigem Holz.
  • Schwarze Johannisbeeren fruchten am besten an ein- und zweijährigen Trieben.
  • Der beste Zeitpunkt liegt meist direkt nach der Ernte.
  • Bei roten und weißen Sträuchern jährlich etwa zwei bis vier alte Gerüstäste bodennah entfernen.
  • Ein lockerer Aufbau mit Licht und Luft im Inneren verbessert Fruchtqualität und Pflanzengesundheit.

Hände mit roter Gartenschere schneiden junge Triebe an einem Johannisbeerstrauch.

Der richtige Zeitpunkt entscheidet über den Ertrag

Bei roten und weißen Johannisbeeren setze ich die Schere am liebsten unmittelbar nach der Ernte an. Dann sind die abgeernteten Fruchtäste gut zu erkennen, und der Strauch kann bis zum Herbst neue Triebe für die kommenden Jahre bilden.

Wer diesen Termin verpasst, kann den Pflegeschnitt an einem frostfreien Tag im Spätwinter nachholen, idealerweise zwischen Ende Februar und Mitte März vor dem Austrieb. Bei starkem Frost, nassem Wetter oder bereits geöffneten Knospen warte ich lieber, denn frische Schnittstellen heilen unter solchen Bedingungen schlechter.

Schwarze Johannisbeeren lassen sich teilweise direkt bei der Ernte auslichten. Das ist praktisch, weil ganze abgeerntete Triebe sofort entfernt werden können. Bei Sorten, deren Beeren ungleichmäßig reifen, schneide ich dagegen erst nach dem vollständigen Pflücken.

Rote und weiße Johannisbeeren luftig aufbauen

Rote und weiße Johannisbeeren werden im Wesentlichen gleich behandelt. Ihre besten Fruchtansätze sitzen an kurzen Seitentrieben von zwei- bis dreijährigen Ästen. Deshalb entferne ich nicht pauschal alle alten Zweige, sondern halte verschiedene Altersstufen im Strauch.

So gehe ich beim Auslichten vor

  1. Abgestorbene, kranke und beschädigte Triebe direkt an der Basis entfernen.
  2. Etwa zwei bis vier der ältesten Gerüstäste bodennah herausschneiden.
  3. Schwach entwickelte, nach innen wachsende oder sich reibende Triebe entfernen.
  4. Von den neuen Bodentrieben nur die kräftigsten stehen lassen, meist drei bis vier.
  5. Sehr lange Seitentriebe über einer nach außen zeigenden Knospe einkürzen.

Ein erwachsener Busch darf ungefähr zehn bis zwölf kräftige Gerüstäste besitzen, muss aber nicht exakt nach dieser Zahl erzogen werden. Entscheidend ist, dass der Strauch nicht wie ein dichtes Vogelnest aussieht. Ich kann nach dem Schnitt durch die Mitte hindurchsehen, ohne Äste auseinanderzudrücken.

Hängende Triebe, die fast auf dem Boden liegen, nehme ich ebenfalls heraus. Die Früchte bleiben dort oft schattig und feucht, verschmutzen leichter und reifen weniger aromatisch. Ein klarer, aufrechter Aufbau bringt in der Praxis meist mehr als ein radikaler Rückschnitt.

Schwarze Johannisbeeren brauchen eine eigene Strategie

Bei schwarzen Johannisbeeren liegt der wichtigste Unterschied im Fruchtholz. Sie tragen besonders reich an ein- und zweijährigen Trieben. Ältere Äste verlieren schneller an Ertragskraft und sollten deshalb konsequenter ersetzt werden als bei roten und weißen Sorten.

Ich entferne jährlich die Gerüstäste, die älter als etwa drei Jahre sind, möglichst tief am Boden. Gleichzeitig bleiben drei bis vier kräftige neue Bodentriebe stehen. Alle übrigen schwachen Neutriebe werden entfernt, damit die Pflanze ihre Energie nicht auf zu viele dünne Äste verteilt.

Bei schwarzen Sorten ist ein Ableitungsschnitt oft sinnvoll. Dabei wird ein älterer Ast nicht irgendwo in der Mitte gekappt, sondern auf einen kräftigen, jüngeren Seitentrieb zurückgenommen. So bleibt die natürliche Saftbahn erhalten und es entstehen weniger kahle Aststummel.

Sorte Bestes Fruchtholz Worauf es beim Schnitt ankommt
Rot und weiß Vor allem zwei- und dreijährige Äste Alte Gerüstäste schrittweise ersetzen und Seitentriebe erhalten
Schwarz Vor allem ein- und zweijährige Triebe Äste ab dem vierten Jahr entfernen und junge Bodentriebe nachziehen
Hochstamm Seitentriebe an wenigen Leitästen Krone auslichten und die Veredlungsstelle nicht beschädigen

Junge Pflanzen und alte Sträucher richtig behandeln

Der Aufbau in den ersten Jahren

Nach dem Pflanzen lasse ich bei einem jungen Busch nur drei bis fünf kräftige Triebe stehen. Diese werden ungefähr um ein Drittel eingekürzt, jeweils auf eine nach außen gerichtete Knospe. Alle übrigen Triebe schneide ich direkt über dem Boden ab.

In den ersten drei Standjahren geht es weniger um maximalen Ertrag als um ein stabiles Gerüst. Ich lasse jedes Jahr einige gut verteilte neue Triebe nachwachsen und entferne Konkurrenztriebe aus der Mitte. Ein zu dichter Jungstrauch lässt sich später nur schwer korrigieren.

Wenn der Busch lange nicht geschnitten wurde

Bei einem vergreisten Strauch würde ich nicht alle alten Äste auf einmal entfernen. Besser ist ein Verjüngungsschnitt über zwei Jahre. Im ersten Jahr kommen die ältesten und schwächsten Gerüstäste heraus, im Folgejahr die nächsten. So bleibt noch genügend Blattmasse für die Versorgung der Pflanze.

Sehr dunkles Holz, starke Verzweigung und kahle Astpartien sind gute Hinweise auf überalterte Triebe. Sind kaum junge Bodentriebe vorhanden, schneide ich vorsichtiger und verbessere zusätzlich die Standortbedingungen. Ein Schnitt allein kann einen geschwächten Strauch nicht retten, wenn Staunässe, starker Schatten oder Nährstoffmangel die eigentliche Ursache sind.

Mit sauberem Werkzeug typische Fehler vermeiden

Für dünne Seitentriebe reicht eine scharfe Bypass-Gartenschere. Bei älteren Gerüstästen ist eine kleine Astsäge sinnvoll, weil sie einen sauberen Schnitt ermöglicht und den verbliebenen Trieb weniger quetscht. Vor dem Arbeiten reinige ich das Werkzeug und desinfiziere es besonders dann, wenn kranke Pflanzenteile entfernt wurden.

Geschnitten wird knapp über einer geeigneten Knospe, ohne einen langen Stummel stehen zu lassen. Die Knospe sollte nach außen zeigen, damit der neue Trieb nicht in die Strauchmitte wächst. Bei einem ganzen Gerüstschnitt setze ich die Schere oder Säge möglichst bodennah an, aber ohne den Wurzelhals zu verletzen.

  • Zu starker Rückschnitt: Ein radikales Kürzen aller Triebe reduziert die Ernte und fördert viele schwache Wasserschosse.
  • Zu langes Zögern: Bleiben alte Äste jahrelang stehen, verkahlen sie und beschatten das junge Fruchtholz.
  • Falsche Triebe entfernen: Bei roten und weißen Sorten sind zwei- und dreijährige Äste wertvoll, bei schwarzen Sorten vor allem die jüngeren.
  • Stummel stehen lassen: Sie trocknen schlecht ab und bieten Krankheitserregern eine unnötige Eintrittsstelle.
  • Nasse Pflanzen schneiden: Trockene Witterung ist für die Wundheilung günstiger.

Nach dem Schnitt entferne ich das Schnittgut aus dem Strauch und verteile bei Bedarf eine dünne Kompostgabe im Wurzelbereich. Frisch geschnittene Johannisbeeren brauchen normalerweise keinen speziellen Wundverschluss. Wichtiger sind ein sonniger bis halbschattiger Standort, gleichmäßige Bodenfeuchte und eine Mulchschicht, die den Boden vor Austrocknung schützt.

Ein einfacher Jahresrhythmus für kräftige Johannisbeeren

Ich merke mir für rote und weiße Sorten die Regel ernten, auslichten, junge Triebe auswählen. Bei schwarzen Johannisbeeren kommt der konsequentere Austausch des alten Holzes hinzu. Wer jedes Jahr nur wenige passende Äste entfernt, muss selten zu einer schmerzhaften Radikalkur greifen.

Kontrollieren Sie den Strauch im Frühjahr noch einmal auf Frostschäden und abgestorbene Spitzen. Wenn die Krone offen bleibt, unterschiedlich alte Triebe enthält und die jungen Zweige nicht von altem Holz bedrängt werden, stimmt die Richtung meistens schon. Genau diese ruhige, regelmäßige Pflege sorgt langfristig für gesunde Blätter, gut belichtete Fruchtstände und eine zuverlässige Ernte.

Häufig gestellte Fragen

Rote und weiße Johannisbeeren schneidet man am besten unmittelbar nach der Ernte. Falls dieser Termin verpasst wurde, ist ein frostfreier Tag zwischen Ende Februar und Mitte März vor dem Austrieb geeignet. Schwarze Johannisbeeren können teilweise schon während der Ernte ausgelichtet werden.

Rote und weiße Sorten tragen vor allem an zwei- und dreijährigem Holz. Deshalb werden jährlich etwa zwei bis vier alte Gerüstäste entfernt, während gut tragende Seitentriebe erhalten bleiben. Schwarze Johannisbeeren fruchten besonders an ein- und zweijährigen Trieben, daher sollten Äste ab dem vierten Jahr konsequenter entfernt und durch drei bis vier kräftige Bodentriebe ersetzt werden.

Ein überalterter Strauch sollte nicht vollständig auf einmal zurückgeschnitten werden. Beim Verjüngungsschnitt über zwei Jahre entfernt man zunächst die ältesten und schwächsten Gerüstäste und im Folgejahr weitere alte Äste. So bleibt genügend Blattmasse für die Versorgung der Pflanze erhalten.

Nach dem Pflanzen lässt man drei bis fünf kräftige Triebe stehen und kürzt sie um etwa ein Drittel auf eine nach außen gerichtete Knospe ein. Alle übrigen Triebe werden direkt über dem Boden entfernt. In den ersten drei Jahren steht der Aufbau eines stabilen Gerüsts im Vordergrund.
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johannisbeeren fruchtholz verjüngungsschnitt ableitungsschnitt

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Autor Henrik Schröter
Henrik Schröter
Mein Name ist Henrik Schröter, und ich bringe zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen Gartenpflege, Gestaltung und Lifestyle mit. Schon seit langem fasziniert mich, wie man mit der richtigen Pflege und durchdachten Gestaltung aus einem Stück Land eine persönliche Oase schaffen kann, die nicht nur schön aussieht, sondern auch Lebensqualität steigert. Auf guter-gaupp.de teile ich mein Wissen und meine Begeisterung, sei es bei der praktischen Anleitung zur Rasenpflege, der Inspiration für neue Gartenideen oder bei der Verbindung von Natur und einem bewussten Lebensstil. Mir ist wichtig, dass die Informationen, die ich hier präsentiere, fundiert, verständlich und vor allem nützlich für Sie sind, damit Sie Ihre Gartenträume verwirklichen können.
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