Ist Gundermann giftig? Risiken für Menschen und Pferde

Henrik Schröter

Henrik Schröter

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18. Mai 2026

Zarte lila Blüten und grüne Blätter einer Gundermann Pflanze, die oft als giftig gilt.

Im Garten wird Gundermann oft unterschätzt: Er sieht unscheinbar aus, breitet sich aber schnell aus und landet manchmal sogar im Kräutertee. Ob die Gundermann-Pflanze giftig ist, hängt vor allem davon ab, wer sie aufnimmt und in welcher Menge. Ich ordne die Risiken für Menschen, Pferde und andere Haustiere ein und zeige, wie sich das Wildkraut sicher erkennen, anbauen und zurückhalten lässt.

Bei Gundermann entscheidet vor allem der Abnehmer über das Risiko

  • Menschen: Kleine Mengen werden traditionell als Würzkraut verwendet, große Mengen sind jedoch nicht empfehlenswert.
  • Pferde: Gundermann gilt als potenziell giftig, besonders bei hoher Aufnahme über verunreinigtes Grünfutter oder Heu.
  • Erkennbar: Herzförmige, gekerbte Blätter, ein kräftiger Duft und blauviolette Lippenblüten sind typische Merkmale.
  • Anbau: Halbschatten, humoser Boden und gleichmäßige Feuchtigkeit fördern das Wachstum deutlich.
  • Notfall: Bei Beschwerden nach dem Verzehr keine Eigenbehandlung versuchen, sondern Giftinformationszentrum, Tierarzt oder 112 kontaktieren.

Für Menschen meist unproblematisch, für Pferde eine Warnpflanze

Der Echte Gundermann heißt botanisch Glechoma hederacea und gehört zu den Lippenblütlern. Für Menschen ist er nicht mit stark giftigen Gartenpflanzen wie Eisenhut oder Herbstzeitlose gleichzusetzen. Junge Blätter, Triebspitzen und Blüten werden traditionell in kleinen Mengen als Würze, im Kräuterquark oder als Tee verwendet.

Ganz harmlos ist er deshalb nicht automatisch. Die Pflanze enthält ätherische Öle, Bitterstoffe und den häufig genannten Inhaltsstoff Glechomin, dessen Wirkung beim Menschen nicht ausreichend untersucht ist. Ich würde Gundermann daher sparsam einsetzen und keinesfalls große Mengen als Salat oder selbst dosiertes Heilmittel verzehren.

Betroffene Praktische Einschätzung Vorsicht
Gesunde Erwachsene Kleine Mengen als Gewürz gelten im Allgemeinen als unproblematisch. Keine großen Mengen und keine konzentrierten Eigenpräparate.
Kleine Kinder Ein versehentliches Probieren führt nicht automatisch zu einer schweren Vergiftung. Bei unbekannter Menge oder Beschwerden Giftinformationszentrum anrufen.
Pferde und andere Weidetiere Hohe Aufnahme über Futter kann problematisch sein. Nicht gezielt verfüttern und nicht in Heu oder Grünschnitt gelangen lassen.
Hunde und Katzen Eine pauschale Einstufung wie bei Pferden lässt sich nicht zuverlässig übertragen. Knabbern verhindern und bei Symptomen tierärztlichen Rat einholen.

Bei Pferden ist die Datenlage außerdem weniger eindeutig, als manche Warnlisten vermuten lassen. Eine tiermedizinische Fachveröffentlichung beschreibt historische Fälle vor allem nach einer sehr hohen Aufnahme von Gundermann in verunreinigter Luzerne oder als nahezu alleiniges Futter. Das spricht für ein dosisabhängiges Risiko, ist aber kein Grund, die Pflanze im Pferdebereich leichtfertig zu behandeln.

So erkennen Sie echten Gundermann sicher

Gundermann wächst kriechend und bildet lange, am Boden liegende Triebe. An den Blattknoten können sich Wurzeln bilden, wodurch aus einem einzelnen Trieb schnell ein dichter Bestand entsteht. Die Blätter sind rundlich bis herzförmig, leicht gekerbt und gegenständig angeordnet.

Von April bis Juni, teilweise auch etwas länger, erscheinen blauviolette Blüten in den Blattachseln. Ein kräftiger, würziger Geruch beim Zerreiben der Blätter ist ein gutes zusätzliches Merkmal. Die Pflanze bleibt im Winter häufig grün und erreicht mit ihren Blütentrieben ungefähr 20 Zentimeter Höhe, während die Ausläufer deutlich länger werden können.

Verwechslungen sind möglich, etwa mit kriechendem Günsel, Ehrenpreis oder roter Taubnessel. Für das Sammeln gilt deshalb meine einfache Regel: Nur ernten, wenn mehrere Merkmale eindeutig passen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät generell dazu, selbst gesammelte Kräuter bei unsicherer Bestimmung nicht zu verzehren.

Der richtige Standort entscheidet über Nutzen oder Ärger

Im Garten fühlt sich Gundermann an einem halbschattigen bis schattigen, ausreichend feuchten Platz besonders wohl. Ideal sind humose, nährstoffreiche Böden, gern mit etwas Kalk. In schwerem, feuchtem Boden wächst er oft kräftiger als in trockener, magerer Erde.

Als Bodendecker unter Gehölzen oder am Rand einer naturnahen Fläche kann die Pflanze durchaus ihren Reiz haben. Ihre frühen Blüten liefern Insekten Nahrung, während das dichte Laub den Boden bedeckt. Im Rasen wird sie dagegen schnell lästig, weil die kriechenden Triebe Lücken besetzen und sich beim Mähen weiter verteilen können.

Bei der Beetplanung prüfe ich deshalb zuerst Licht, Boden und Wasserangebot. Diese Standortlogik hilft auch bei anderen Gartenpflanzen, etwa wenn Sie den Standort für Montbretien festlegen. Für Gundermann gilt allerdings zusätzlich, dass ein klar abgegrenzter Bereich sinnvoll ist, damit er nicht unbemerkt in Rasen, Futterflächen oder benachbarte Beete wandert.

Lesen Sie auch: Basilikum vermehren - Stecklinge oder Aussaat?

So bleibt der Bestand unter Kontrolle

Wer Gundermann nur als kleinen Bodendecker nutzen möchte, pflanzt ihn am besten in einen Topf oder eine klar begrenzte Beetzone. Ausläufer, die über die gewünschte Fläche hinauswachsen, lassen sich mit einer Gartenschere abschneiden. Einzelne Triebe einfach herauszuziehen reicht oft nicht, wenn bereits Wurzeln an den Knoten entstanden sind.

Im Rasen hilft regelmäßiges Ausstechen der bewurzelten Triebe. Eine dichte, gut gepflegte Grasnarbe nimmt dem Wildkraut Licht und Platz. Ich würde nicht sofort zu chemischen Mitteln greifen, denn bei einem kleinen Bestand ist konsequentes Entfernen meist überschaubarer und für angrenzende Pflanzen schonender.

Gundermann vermehren und ernten ohne unnötiges Risiko

Die einfachste Vermehrung erfolgt über die kriechenden Triebe. Schneiden Sie ein bewurzeltes Teilstück ab und setzen Sie es in lockere, feuchte Erde. Ein Abstand von ungefähr 20 Zentimetern genügt, weil sich die Pflanze bei guten Bedingungen rasch schließt.

Auch eine Aussaat ist möglich. Direkt ins Beet wird meist im Herbst gesät, während eine Vorkultur zwischen Januar und Mitte März sinnvoll sein kann. Die Samen dürfen nur leicht mit Erde bedeckt werden und müssen bis zur Keimung gleichmäßig feucht bleiben.

Wer im Kräutergarten verschiedene Arten vermehren möchte, findet bei der Vermehrung von Basilikum ein anderes, aber ebenfalls praktisches Beispiel für die Entscheidung zwischen Aussaat und Stecklingen. Beim Gundermann gewinnen die bewurzelten Ausläufer klar, weil sie schneller anwachsen und zuverlässiger sind.

Geerntet werden junge Blätter, Triebspitzen und Blüten am besten an einem trockenen Vormittag. Ich verwende davon nur kleine Mengen, meist fein gehackt in Kräuterquark oder als würzige Ergänzung zu einem Salat. Pflanzen direkt an stark befahrenen Straßen, gedüngten Flächen oder Hundewiesen gehören nicht in die Küche.

Was bei Verzehr oder Tierkontakt zu tun ist

Hat ein Kind ein kleines Stück Gundermann probiert und zeigt keinerlei Beschwerden, besteht meist kein Anlass zur Panik. Entfernen Sie Pflanzenreste aus dem Mund, bewahren Sie nach Möglichkeit eine Probe oder ein Foto auf und beobachten Sie die Person. Bei unklarer Menge, Übelkeit, Erbrechen, Bauchkrämpfen oder ungewöhnlicher Müdigkeit kontaktieren Sie ein Giftinformationszentrum.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt bei einem möglichen Pflanzenvergiftungsfall, kein Erbrechen auszulösen und keine Milch oder Salzwasser zu geben. Nach telefonischer Rücksprache können ein bis zwei Gläser Wasser oder Tee sinnvoll sein. Bei Atemnot, Bewusstseinsstörungen, Krämpfen oder Kreislaufproblemen wählen Sie sofort die 112.

Bei Pferden sollte verdächtiges Futter unmittelbar entfernt und der Tierarzt verständigt werden. Besonders ernst ist die Situation, wenn das Tier größere Mengen von Grünschnitt, Heu oder Luzerne mit Gundermann aufgenommen hat und Symptome wie Kolik, starke Mattigkeit, beschleunigte Atmung oder Zittern zeigt. Bringen Sie eine Pflanzenprobe und, falls möglich, Angaben zu Menge und Zeitpunkt der Aufnahme mit.

Mein sicherer Platz für Gundermann im Garten

Ich würde Gundermann nicht grundsätzlich aus jedem Garten verbannen. Als heimischer, wintergrüner Bodendecker kann er an der richtigen Stelle nützlich sein, solange seine Ausläufer begrenzt bleiben und kein Pferd Zugang zu frischem Schnittgut oder Futter bekommt.

Für die Küche gilt Zurückhaltung: kleine Mengen, sichere Bestimmung und saubere Herkunft. Wer Kinder, Kleintiere oder Weidetiere im Umfeld hat, kennzeichnet den Bestand am besten und entfernt ihn aus erreichbaren Futter- oder Spielflächen. So bleibt die Pflanze eine interessante Gartenstaude und wird nicht durch eine vermeidbare Fehlanwendung zum Risiko.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Kleine Mengen junger Blätter, Triebspitzen und Blüten gelten traditionell als unproblematisch. Große Mengen sowie konzentrierte Eigenpräparate sollten vermieden werden, da die Wirkung von Inhaltsstoffen wie Glechomin nicht ausreichend untersucht ist.

Eine hohe Aufnahme kann problematisch sein, besonders wenn Gundermann in verunreinigter Luzerne oder nahezu ausschließlich als Futter enthalten ist. Verdächtiges Futter sollte sofort entfernt und bei größeren Mengen oder Beschwerden der Tierarzt verständigt werden.

Typisch sind kriechende Triebe, rundliche bis herzförmige gekerbte Blätter in gegenständiger Anordnung, ein kräftiger würziger Geruch und blauviolette Lippenblüten von April bis Juni. Ernten sollten Sie nur, wenn mehrere Merkmale eindeutig passen.

Pflanzen Sie ihn in einen Topf oder eine klar begrenzte Beetzone und schneiden Sie übergreifende Ausläufer regelmäßig ab. Im Rasen hilft das Ausstechen bewurzelter Triebe sowie eine dichte, gut gepflegte Grasnarbe.
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Mein Name ist Henrik Schröter, und ich bringe zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen Gartenpflege, Gestaltung und Lifestyle mit. Schon seit langem fasziniert mich, wie man mit der richtigen Pflege und durchdachten Gestaltung aus einem Stück Land eine persönliche Oase schaffen kann, die nicht nur schön aussieht, sondern auch Lebensqualität steigert. Auf guter-gaupp.de teile ich mein Wissen und meine Begeisterung, sei es bei der praktischen Anleitung zur Rasenpflege, der Inspiration für neue Gartenideen oder bei der Verbindung von Natur und einem bewussten Lebensstil. Mir ist wichtig, dass die Informationen, die ich hier präsentiere, fundiert, verständlich und vor allem nützlich für Sie sind, damit Sie Ihre Gartenträume verwirklichen können.
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