• Zimmerpflanzen
  • Drachenbaum vermehren - so gelingt es mit Stecklingen

Drachenbaum vermehren - so gelingt es mit Stecklingen

Henrik Schröter

Henrik Schröter

|

17. Oktober 2026

Zwei abgeschnittene Stiele eines Drachenbaums werden in der Hand gehalten, bereit, um den Drachenbaum zu vermehren.

Ein Drachenbaum lässt sich mit wenig Aufwand vermehren, wenn Schnittstelle, Wärme und Feuchtigkeit zusammenpassen. Am zuverlässigsten funktionieren Kopf- und Stammstecklinge im Frühjahr oder Sommer, entweder in Wasser oder direkt in lockerem Substrat. Ich zeige, welche Methode sich für welchen Fall eignet, wie die Stecklinge vorbereitet werden und woran man erkennt, ob die Bewurzelung gelingt.

Mit diesen Bedingungen gelingt die Vermehrung am zuverlässigsten

  • Kopfstecklinge bewurzeln meist besonders unkompliziert.
  • Die beste Zeit liegt zwischen März und August.
  • Für eine zügige Wurzelbildung braucht der Steckling 20 bis 25 °C und helles, indirektes Licht.
  • Im Wasser zeigen sich erste Wurzeln oft nach 2 bis 6 Wochen.
  • Staunässe und ein zu tiefer Wasserstand sind die häufigsten Ursachen für Fäulnis.

Zwei abgeschnittene Stiele eines Drachenbaums werden in der Hand gehalten, bereit, um den Drachenbaum zu vermehren.

Der einfachste Weg führt über einen Kopfsteckling

Für Einsteiger empfehle ich meistens einen Kopfsteckling. Dabei wird die obere Triebspitze mit mehreren Blättern von der Mutterpflanze abgeschnitten. Der verbleibende Stamm kann später neue Seitentriebe bilden, während aus der abgeschnittenen Spitze eine eigenständige Pflanze entsteht.

Der richtige Schnitt

Wähle einen gesunden, kräftigen Trieb mit einer Länge von etwa 10 bis 20 Zentimetern. Schneide ihn mit einem sauberen, scharfen Messer knapp unterhalb eines Blattansatzes ab. Zerfaserte Schnittstellen heilen schlechter und bieten Pilzen eine größere Angriffsfläche.

Entferne die unteren Blätter, sodass ungefähr 5 bis 8 Zentimeter Stängel frei bleiben. Große Blätter dürfen bei Bedarf um ein Drittel gekürzt werden. Dadurch verdunstet weniger Wasser, und der noch wurzellose Steckling gerät nicht so schnell unter Stress.

Den Steckling vorbereiten

Lass die Schnittstelle etwa 30 bis 60 Minuten antrocknen. Ein langes Austrocknen ist nicht nötig, denn der Trieb soll nicht schrumpfen. Bewurzelungspulver kann verwendet werden, ist beim Drachenbaum aber meistens kein Muss.

Das abgeschnittene Stück darf nicht in der prallen Sonne stehen. Ein heller Platz ohne direkte Mittagssonne ist deutlich geeigneter, weil die Blätter dort weiter Energie liefern, ohne dass der Steckling übermäßig Wasser verliert.

Wasser oder Erde welcher Weg passt besser

Beide Methoden funktionieren. Wasser ist übersichtlicher, weil sich die Wurzeln beobachten lassen. Direktes Bewurzeln im Substrat spart dagegen einen späteren Umgewöhnungsschritt und führt oft zu Wurzeln, die von Anfang an besser mit Erde zurechtkommen.

Methode Vorteile Nachteile Geeignet für
Wasser Wurzelbildung gut sichtbar, einfache Kontrolle Umsetzen kann die jungen Wurzeln stressen Einsteiger und einzelne Kopfstecklinge
Substrat Kein späterer Wechsel nötig, stabile Eingewöhnung Zu viel Feuchtigkeit wird leicht übersehen Erfahrene Pflanzenfreunde und viele Stecklinge

Bewurzeln im Wasserglas

Stelle den vorbereiteten Trieb in ein sauberes Glas. Nur der kahle Stängel darf im Wasser stehen, während kein Blatt untergetaucht sein sollte. Ein Wasserstand von etwa 3 bis 5 Zentimetern reicht völlig aus.

Stell das Glas hell und warm auf, aber nicht direkt über eine Heizung. Wechsle das Wasser ungefähr einmal pro Woche oder sofort, wenn es trüb riecht. Sobald mehrere Wurzeln etwa 3 bis 5 Zentimeter lang sind, kann der Steckling in lockere Zimmerpflanzenerde gesetzt werden.

Lesen Sie auch: Bogenhanf richtig pflegen und gesund halten

Bewurzeln in Substrat

Verwende einen kleinen Topf mit Abzugsloch und ein luftiges Gemisch aus Zimmerpflanzenerde und Perlite oder grobem Sand. Stecke den Trieb etwa 3 bis 5 Zentimeter tief hinein und drücke das Substrat leicht an.

Die Erde soll gleichmäßig leicht feucht bleiben, aber niemals nass sein. Ein transparenter Beutel über dem Topf kann die Luftfeuchtigkeit erhöhen. Lüfte ihn täglich, sonst sammelt sich zu viel Feuchtigkeit und die Schnittstelle beginnt leicht zu faulen.

Auch Stammstücke lassen sich erfolgreich bewurzeln

Ein zu lang gewordener Drachenbaum muss nicht entsorgt werden. Der Stamm kann in mehrere Stücke von etwa 5 bis 10 Zentimetern geteilt werden. Wichtig ist, die ursprüngliche Wuchsrichtung zu markieren, zum Beispiel mit einem kleinen Strich am oberen Ende.

Stammstecklinge können senkrecht in Substrat gesteckt oder waagerecht aufgelegt werden. Beim senkrechten Einsetzen darf das obere Ende nicht vertauscht werden. Bei der waagerechten Methode liegt das Stück nur teilweise auf der Erde, damit an den Knoten neue Triebe entstehen können.

Diese Variante dauert oft etwas länger als ein Kopfsteckling. Dafür erhältst du aus einem einzigen langen Stamm mehrere neue Pflanzen. Ich würde Stammstücke nur von einem kräftigen, schädlingsfreien Exemplar nehmen, denn geschwächte Pflanzen treiben deutlich unzuverlässiger aus.

Nach der Bewurzelung entscheidet die Pflege

Neue Wurzeln sind ein gutes Zeichen, aber noch kein Grund, den Steckling wie eine ausgewachsene Pflanze zu behandeln. Junge Drachenbäume reagieren empfindlich auf starke Sonne, kalte Zugluft und nasse Erde. Temperaturen zwischen 20 und 25 °C schaffen meist die besten Bedingungen.

Nach dem Einpflanzen sollte der Topf nur wenig größer als der Wurzelballen sein. Ein Gefäß mit 8 bis 10 Zentimetern Durchmesser reicht für einen gut bewurzelten Kopfsteckling zunächst aus. Zu viel Erde bleibt lange feucht und erhöht das Risiko von Wurzelfäule.

Gieße erst, wenn die obere Erdschicht leicht abgetrocknet ist. Dünger braucht die junge Pflanze in den ersten vier bis sechs Wochen normalerweise nicht. Danach genügt während der Wachstumszeit eine schwach dosierte Düngung etwa alle vier Wochen.

Beim ersten Umtopfen lohnt sich ein Blick auf den Zustand der Wurzeln und die richtige Gefäßgröße. Eine ausführliche Orientierung zur Topfgröße für Zimmerpflanzen hilft dabei, den häufigen Fehler eines zu großen Topfes zu vermeiden.

Diese Fehler bremsen die Wurzelbildung

Der häufigste Fehler ist nicht fehlende Geduld, sondern zu viel Wasser. Wenn ein Steckling weich wird, unangenehm riecht oder sich die Schnittstelle dunkel verfärbt, ist er meist bereits geschädigt. Schneide in diesem Fall bis ins feste, gesunde Gewebe zurück und lasse die neue Schnittstelle erneut antrocknen.

  • Zu wenig Licht führt zu schwachen, langen Trieben und verlangsamt die Bewurzelung.
  • Direkte Mittagssonne lässt die Blätter schnell welken oder verbrennen.
  • Kalte Temperaturen unter etwa 18 °C bremsen die Bildung neuer Wurzeln.
  • Blätter im Wasser fördern Fäulnis und verschmutzen das Glas.
  • Ständiges Nachschauen durch Herausziehen aus der Erde beschädigt junge Wurzelansätze.

Gelbe oder braune Blätter bedeuten nicht automatisch, dass der Steckling verloren ist. Entscheidend ist der Stängel. Bleibt er fest und grünlich, kann sich die Pflanze noch erholen. Bei der Einordnung ähnlicher Blattprobleme hilft auch der Blick auf die braunen Blätter der Geigenfeige, denn Licht, trockene Luft und Gießfehler verursachen bei vielen Zimmerpflanzen vergleichbare Symptome.

So wird aus einem Steckling eine kräftige Zimmerpflanze

Für den ersten Versuch würde ich einen gesunden Kopfsteckling im Wasserglas wählen. Diese Methode macht sichtbar, ob sich Wurzeln entwickeln, und verzeiht kleine Fehler eher als ein dauerhaft nasses Substrat.

Wer mehrere Pflanzen gewinnen möchte, kann den Stamm zusätzlich teilen. Mit einem sauberen Schnitt, heller Wärme ohne pralle Sonne und vorsichtigem Gießen sind die Erfolgsaussichten gut. Die wichtigste Geduldprobe kommt danach: Erst wenn die Pflanze neue Blätter bildet, ist sie wirklich angekommen.

Häufig gestellte Fragen

Am zuverlässigsten gelingt die Vermehrung zwischen März und August. Der Steckling braucht 20 bis 25 °C sowie helles, indirektes Licht, damit sich zügig Wurzeln bilden.

Schneide einen 10 bis 20 Zentimeter langen Trieb knapp unter einem Blattansatz ab und entferne die unteren Blätter. Stelle nur die 5 bis 8 Zentimeter kahle Stängelbasis in 3 bis 5 Zentimeter Wasser. Wechsle das Wasser etwa einmal pro Woche und pflanze den Steckling ein, sobald mehrere Wurzeln 3 bis 5 Zentimeter lang sind.

Wasser eignet sich besonders für Einsteiger, weil die Wurzelbildung sichtbar bleibt. Substrat erspart das spätere Umsetzen und fördert eine direkte Eingewöhnung, darf aber nur leicht feucht und niemals nass sein.

Teile einen kräftigen, schädlingsfreien Stamm in 5 bis 10 Zentimeter lange Stücke und markiere die ursprüngliche Oberseite. Die Stücke können senkrecht in Substrat gesteckt oder waagerecht aufgelegt werden, wobei die Knoten Kontakt zur Erde haben sollten.
Artikel bewerten

Durchschnitt: 0.0 / 5 · 0 Bewertungen

Tags

drachenbaum kopfstecklinge bewurzelung stammstecklinge

Beitrag teilen

Autor Henrik Schröter
Henrik Schröter
Mein Name ist Henrik Schröter, und ich bringe zehn Jahre Erfahrung in den Bereichen Gartenpflege, Gestaltung und Lifestyle mit. Schon seit langem fasziniert mich, wie man mit der richtigen Pflege und durchdachten Gestaltung aus einem Stück Land eine persönliche Oase schaffen kann, die nicht nur schön aussieht, sondern auch Lebensqualität steigert. Auf guter-gaupp.de teile ich mein Wissen und meine Begeisterung, sei es bei der praktischen Anleitung zur Rasenpflege, der Inspiration für neue Gartenideen oder bei der Verbindung von Natur und einem bewussten Lebensstil. Mir ist wichtig, dass die Informationen, die ich hier präsentiere, fundiert, verständlich und vor allem nützlich für Sie sind, damit Sie Ihre Gartenträume verwirklichen können.
Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen