• Zimmerpflanzen
  • Calathea-Arten für die Wohnung - welche passt zu Ihnen?

Calathea-Arten für die Wohnung - welche passt zu Ihnen?

Gert Engelhardt

Gert Engelhardt

|

20. Juni 2026

Vielfalt der Calathea arten: eine Pflanze im Topf und Nahaufnahmen von Blättern in Rosa, Grün und Gelb.

Eine Korbmarante kann mit runden, silbernen Blättern ganz anders aussehen als mit schmalen, gefleckten oder rosa gestreiften Blättern. Ich zeige die wichtigsten Calathea-Arten für die Wohnung, erkläre ihre Unterschiede und ordne ein, welche Pflanzen sich für Anfänger eignen und wo typische Pflegefehler entstehen.

Die passende Korbmarante hängt vor allem von Blattbild und Standort ab

  • Calathea orbifolia fällt durch breite, silbergrün gestreifte Blätter auf und braucht gleichmäßige Feuchtigkeit.
  • Calathea makoyana gilt mit ihrer Pfauenfeder-Zeichnung als besonders dekorativ und vergleichsweise unkompliziert.
  • Calathea lancifolia beziehungsweise Goeppertia insignis hat schmale, gewellte Blätter und kommt mit etwas weniger Luftfeuchtigkeit zurecht.
  • Alle beliebten Formen mögen helles, indirektes Licht, Wärme und ein lockeres, nie dauerhaft nasses Substrat.
  • Viele im Handel als Calathea bezeichnete Pflanzen tragen botanisch inzwischen den Gattungsnamen Goeppertia.

Nahaufnahme von Calathea-Arten mit dunkelgrünen Blättern und auffälligen rosa Streifen, die wie Federn aussehen.

Diese Calathea-Arten bringen besonders viel Abwechslung ins Zuhause

Mit „Calathea“ sind im Pflanzenhandel meist verschiedene Korbmaranten aus der Familie der Marantengewächse gemeint. Botanisch wurden zahlreiche bekannte Vertreter umbenannt und werden heute als Goeppertia geführt. Im Gartencenter bleibt jedoch häufig der vertraute Name Calathea auf dem Etikett, weshalb beide Bezeichnungen im Alltag nebeneinander vorkommen.

Ich orientiere mich bei der Auswahl weniger am lateinischen Namen als an drei sichtbaren Merkmalen: Blattgröße, Zeichnung und Pflegeanspruch. Gerade das hilft, wenn eine Pflanze im Geschäft nur mit einem Sortennamen oder einem wenig eindeutigen Schild angeboten wird.

Calathea orbifolia

Die Orbifolia besitzt große, fast rund wirkende Blätter mit breiten silbergrünen Streifen. Sie wirkt ruhig und elegant und passt deshalb sehr gut in modern eingerichtete Räume. Mit der Zeit kann sie eine stattliche Breite erreichen, daher sollte rund um den Topf genügend Platz bleiben.

Ihre Schönheit hat allerdings einen Preis. Die Orbifolia reagiert empfindlich auf trockene Raumluft, Salzablagerungen und unregelmäßiges Gießen. Für einen hellen Platz ohne direkte Mittagssonne ist sie eine hervorragende Wahl, für die trockene Fensterbank über der Heizung eher nicht.

Calathea makoyana

Die Pfauen-Korbmarante trägt oval geformte Blätter mit hellen Flecken und feinen dunklen Linien. Die Zeichnung erinnert tatsächlich an eine Pfauenfeder, wobei die purpurrote Blattunterseite beim Anheben besonders schön sichtbar wird.

Für mich ist sie eine der besten Arten für den Einstieg, weil sie bei stabilen Bedingungen meist verzeihender reagiert als Orbifolia oder stark samtblättrige Sorten. Helles, gefiltertes Licht bringt die Zeichnung zur Geltung, während pralle Sonne schnell für ausgebleichte oder verbrannte Stellen sorgt.

Calathea lancifolia und Goeppertia insignis

Die sogenannte Rattlesnake Plant hat lange, schmale und leicht gewellte Blätter. Auf der Oberseite sitzen dunkelgrüne Flecken, die an die Zeichnung einer Klapperschlange erinnern. Im Handel findet man sie oft als Calathea lancifolia, botanisch wird sie häufig als Goeppertia insignis bezeichnet.

Diese Form wächst aufrechter und benötigt weniger Stellfläche als Orbifolia. Sie bleibt zwar ebenfalls eine Tropenpflanze, steckt normale Wohnraumbedingungen aber oft besser weg. Wenn die Luft im Winter nicht ideal feucht ist, würde ich eher zu dieser Art als zu einer empfindlichen Samtsorte greifen.

Calathea ornata

Bei der Ornata ziehen sich feine rosa oder cremefarbene Linien über dunkelgrüne Blätter. Die filigrane Zeichnung wirkt fast wie mit einem Pinsel aufgetragen. Besonders beliebt sind Sorten wie „Pinstripe“ und „Beauty Star“.

Die Pflanze ist ein echtes Schmuckstück, zeigt Pflegefehler aber deutlich. Braune Blattspitzen entstehen häufig durch trockene Luft, hartes Leitungswasser oder einen Standort mit Zugluft. Sie ist nicht grundsätzlich schwierig, verlangt aber mehr Konstanz als robuste Grünpflanzen.

Calathea zebrina

Die Zebrina entwickelt große, samtig wirkende Blätter mit breiten hellgrünen Streifen. Sie wirkt üppig und eignet sich gut als Solitärpflanze, wenn ein Raum eine kräftige grüne Struktur verträgt.

Die großen Blätter verdunsten viel Wasser. Deshalb fällt bei ihr besonders schnell auf, wenn der Topfballen austrocknet oder die Luftfeuchtigkeit stark schwankt. Gleichmäßige Pflege ist wichtiger als häufiges Besprühen, denn auf den Blättern zurückbleibende Wasserflecken lösen das eigentliche Problem nicht.

Calathea roseopicta und Calathea rufibarba

Roseopicta-Sorten erkennt man an runden Blattformen und auffälligen Kreisen, Rändern oder rosa Farbflächen. Sie werden oft als Medallion- oder Rosy-Sorten angeboten. Ihre Wirkung ist kräftig und dekorativ, weshalb sie als Blickfang auf Sideboards oder Pflanzenständern funktioniert.

Die Rufibarba fällt dagegen durch längliche, leicht behaarte Blätter auf. Sie wirkt luftiger als Zebrina und passt auch in kleinere Wohnungen. Die samtige Oberfläche sollte man nicht mit einem feuchten Tuch polieren, weil das die feinen Blattstrukturen beschädigen kann.

Welche Art passt zu welchem Standort?

Das schönste Blattmuster hilft wenig, wenn der Standort nicht zur Pflanze passt. Ich würde deshalb zuerst prüfen, wie viel Licht und Luftfeuchtigkeit tatsächlich vorhanden sind, und erst danach nach der Optik entscheiden. Ein Badezimmer mit Fenster bietet andere Möglichkeiten als ein trockener Wohnraum mit Südfenster.

Art oder Gruppe Blattbild Geeigneter Platz Pflegeeinschätzung
Orbifolia Groß, rund, silbergrün gestreift Heller Raum, hohe Luftfeuchtigkeit Anspruchsvoll
Makoyana Pfauenfeder-Muster, purpurrote Unterseite Ost- oder Nordfenster, hell ohne Sonne Gut für Einsteiger
Lancifolia Schmal, gewellt, dunkel gefleckt Helles Badezimmer oder Küche Vergleichsweise tolerant
Ornata Feine rosa oder weiße Linien Geschützter Platz ohne Zugluft Mittel
Zebrina Groß und samtig mit breiten Streifen Geräumiger, warmer Standort Mittel bis anspruchsvoll
Rufibarba Schmal, länglich und leicht behaart Heller Platz mit etwas Abstand zum Fenster Vergleichsweise tolerant

Für einen normalen Wohnraum ohne Luftbefeuchter würde ich mit Makoyana, Lancifolia oder Rufibarba beginnen. In einem hellen Bad mit stabiler Feuchtigkeit dürfen es auch Orbifolia, Zebrina oder eine empfindlichere Roseopicta sein. Direkte Sonne hinter Glas, besonders an einem Süd- oder Westfenster, ist für fast alle Formen riskant.

So bleiben die Blätter kräftig und sauber gezeichnet

Calatheen brauchen einen hellen Standort, aber keine volle Sonne. Ein Abstand von etwa 0,5 bis 2 Metern zum hellen Fenster kann gut funktionieren, abhängig von Jahreszeit, Fenstergröße und Vorhang. Stehen die Blattstiele lang und kippen zur Lichtquelle, ist es wahrscheinlich zu dunkel. Verblasste Flecken oder trockene, helle Stellen sprechen eher für zu viel direkte Sonne.

Die Erde sollte leicht feucht bleiben, aber nie triefend nass sein. Ich prüfe vor dem Gießen die oberen 2 bis 3 Zentimeter des Substrats mit dem Finger. Fühlt sich dieser Bereich trocken an, wird gründlich gegossen und überschüssiges Wasser nach etwa 10 Minuten aus dem Übertopf entfernt.

Sehr kalkhaltiges Leitungswasser kann braune Ränder und Spitzen begünstigen. Regenwasser, gefiltertes Wasser oder abgestandenes Leitungswasser sind oft die bessere Wahl. Trotzdem sollte man die Ursache nicht automatisch beim Wasser suchen, denn Heizungsluft, Zugluft und ein zu nasser Wurzelballen verursachen ähnliche Symptome.

Ein lockeres Substrat aus torffreier Zimmerpflanzenerde, etwas Rinde und mineralischen Bestandteilen wie Perlite sorgt für Luft an den Wurzeln. Der Topf braucht ein Abzugsloch. Bei Temperaturen von etwa 18 bis 27 °C fühlen sich die Pflanzen meist wohl, während kalte Fensterbänke und Luftströme von Türen oder Klimageräten problematisch sein können.

Die Luftfeuchtigkeit darf möglichst konstant bei ungefähr 50 bis 60 Prozent oder höher liegen. Ein Hygrometer macht dabei mehr Sinn als das Schätzen mit bloßem Gefühl. Eine Pflanzengruppe, ein heller Platz im Bad oder ein kleiner Luftbefeuchter wirkt langfristig verlässlicher als tägliches Besprühen.

Was braune Spitzen, eingerollte Blätter und Flecken bedeuten

Wenn sich die Blätter nachts aufrichten oder zusammenfalten, ist das kein Krankheitssymptom. Diese nyktinastische Bewegung gehört zur natürlichen Reaktion vieler Marantengewächse auf den Wechsel von Licht und Dunkelheit. Beunruhigend wird es erst, wenn die Blätter dauerhaft hängen, sich stark einrollen oder neue Triebe ausbleiben.

Braune Blattspitzen

Braune Spitzen entstehen meist durch eine Kombination aus trockener Luft, unregelmäßiger Wasserversorgung und mineralreichem Wasser. Schneiden Sie die beschädigten Stellen mit einer sauberen Schere in der natürlichen Blattform nach. Die vorhandene braune Stelle wird nicht wieder grün, aber neue Blätter können unter besseren Bedingungen gesund austreiben.

Gelbe Blätter und weiche Stiele

Gelbe Blätter in Verbindung mit dauerhaft nasser Erde deuten häufig auf Staunässe hin. Dann sollte die Pflanze aus dem Topf genommen und der Wurzelballen kontrolliert werden. Weiche, dunkel verfärbte Wurzeln müssen entfernt werden, bevor die Korbmarante in frisches, luftiges Substrat kommt.

Eingerollte oder schlaffe Blätter

Hier kommen mehrere Ursachen infrage. Zu wenig Wasser, kalte Zugluft, direkte Sonne und trockene Heizungsluft sehen bei Calatheen oft ähnlich aus. Ich verändere deshalb nicht sofort alles gleichzeitig, sondern prüfe zuerst den Feuchtigkeitszustand der Erde, den Abstand zur Heizung und die Lichtintensität.

Lesen Sie auch: Orchideen umtopfen ohne Wurzelstress - so gelingt der Neustart

Schädlinge

Spinnmilben und Thripse können auftreten, wenn die Luft über längere Zeit sehr trocken ist. Feine Gespinste, silbrige Stellen oder kleine schwarze Punkte auf der Blattunterseite sind Warnzeichen. Die Pflanze sollte isoliert, gründlich kontrolliert und mehrmals im Abstand von etwa 7 bis 10 Tagen behandelt werden, weil nicht alle Entwicklungsstadien gleichzeitig erwischt werden.

Beim Kauf zählt nicht nur das Etikett

Die Namensverwirrung ist bei diesen Pflanzen normal. Kew führt bekannte Handelsformen wie Orbifolia, Makoyana und Zebrina in der aktuellen botanischen Einordnung unter Goeppertia, während Gartencenter weiterhin die vertrauten Calathea-Namen verwenden. Für die Pflege ist das zunächst weniger wichtig als die konkrete Sorte und ihr Blattbild.

Ich schaue beim Kauf auf neue, unbeschädigte Blätter, einen festen Wurzelballen und die Blattunterseiten. Gelbe Punkte, klebrige Rückstände, Gespinste oder viele vertrocknete Ränder sind kein gutes Zeichen. Eine kleine, gesunde Pflanze passt sich an einen neuen Standort oft besser an als ein großes Exemplar, das bereits unter Transport- oder Standortstress leidet.

Nach dem Kauf sollte die Korbmarante nicht sofort umgetopft werden, sofern die Erde nicht völlig vernässt oder der Topf sichtbar durchwurzelt ist. Zwei bis drei Wochen an einem stabilen Standort geben ihr Zeit zur Anpassung. Erst danach lässt sich zuverlässig beurteilen, ob sie mit Licht, Temperatur und Luftfeuchtigkeit zurechtkommt.

Die beste Wahl für Ihre Wohnung ist oft die unspektakulärere

Für auffällige Blätter sind Orbifolia, Zebrina und Roseopicta kaum zu übertreffen. Wer möglichst entspannt anfangen möchte, fährt meiner Erfahrung nach mit Makoyana, Lancifolia oder Rufibarba besser. Entscheidend bleibt nicht der Ruf einer bestimmten Art, sondern ein passender Standort mit gleichmäßiger Pflege.

Ich würde lieber eine etwas weniger spektakuläre Korbmarante wählen, die am vorhandenen Fenster wirklich gute Bedingungen bekommt, als eine empfindliche Rarität auf einer trockenen, heißen Fensterbank. Wenn Licht, Wasser und Luftfeuchtigkeit zusammenpassen, zeigen die Pflanzen ihre charakteristische Blattbewegung, kräftige Farben und regelmäßig neue Blätter.

Häufig gestellte Fragen

Für Einsteiger sind Calathea makoyana, Calathea lancifolia und Calathea rufibarba besonders geeignet. Sie kommen mit normalen Wohnraumbedingungen meist besser zurecht als Orbifolia oder empfindliche Samtsorten.

Häufige Ursachen sind trockene Luft, unregelmäßiges Gießen und mineralreiches Leitungswasser. Auch Heizungsluft oder Zugluft können ähnliche Schäden verursachen. Die braunen Stellen werden nicht wieder grün, lassen sich aber mit einer sauberen Schere nachschneiden.

Calatheen bevorzugen helles, indirektes Licht und sollten etwa 0,5 bis 2 Meter vom hellen Fenster entfernt stehen. Die oberen 2 bis 3 Zentimeter des Substrats dürfen antrocknen, bevor gründlich gegossen wird. Überschüssiges Wasser sollte nach etwa 10 Minuten entfernt werden.

Zahlreiche bekannte Calathea-Arten wurden botanisch in die Gattung Goeppertia eingeordnet. Im Handel bleiben jedoch häufig die vertrauten Calathea-Namen auf den Etiketten erhalten. Beide Bezeichnungen können daher dieselbe Pflanze meinen.
Artikel bewerten

Durchschnitt: 0.0 / 5 · 0 Bewertungen

Tags

calathea luftfeuchtigkeit staunässe spinnmilben

Beitrag teilen

Autor Gert Engelhardt
Gert Engelhardt
Mein Name ist Gert Engelhardt und seit nunmehr 11 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit der Welt der Gärten. Was als persönliches Interesse begann, hat sich zu einer tiefen Leidenschaft entwickelt, die ich gerne auf guter-gaupp.de mit Ihnen teile. Hier geht es mir darum, Ihnen nicht nur praktische Tipps zur Gartenpflege und Gestaltung zu geben, sondern auch zu zeigen, wie ein schöner Garten zu einem erfüllten Lifestyle beitragen kann. Ich lege großen Wert darauf, Informationen verständlich aufzubereiten, Trends aufzugreifen und mein Wissen so zu organisieren, dass Sie es direkt in Ihrem eigenen Grün umsetzen können. Mein Ziel ist es, Ihnen stets nützliche, nachvollziehbare und aktuelle Inhalte zu bieten, die Ihnen Freude an Ihrem Garten bereiten.
Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen